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Schädlingsbefall im Naturgarten

15. März, 2019 | stephie

Schädlingsbefall im Naturgarten ist der Supergau für jeden Gärtner, die kleinen Viecher sind nicht nur ekelig, sie zerfressen auch Pflanzen und zerstören diese gegebenenfalls sogar.

Marienkäfer fressen Blattläuse im Naturgarten
Marienkäfer im Naturgarten | Bild von Myriams-Fotos auf Pixabay

Im Fachhandel gibt es dutzende verschiedene Pestizide zur von Schädlingen im Garten. Leider sterben durch diese oft nicht nur die Schädlinge sondern gleichzeitig auch Bienen, Hummeln und andere nützliche Insekten. Zudem setzen sich die Pestizide auf behandelten Pflanzen ab und können Rückstände auf und in den Früchten hinterlassen, so das diese beim Verzehr in unseren Körper gelangen.

Um genau das zu verhindern, gibt es viele Möglichkeiten Schädlingsbefall auf natürliche weise zu Bekämpfen. Egal ob Insekten, Pilze, Vieren oder Pflanzensud es gibt eine Vielzahl an biologischen Mitteln welche den Einsatz von Chemie überflüssig machen.

Nützlinge zur Schädlingsbekämpfung

Diese kleinen Helferlein heißen nicht für umsonst Nützlinge, denn sie helfen ungeliebte Krabbeltierchen auf unseren Pflanzen zu reduzieren oder gar vollständig zu entfernen. Ein Nützling ist der natürliche Gegenspieler des Schädlings, dies kann ein Fressfeind oder auch ein Krankheitserreger sein. Egal in welcher Form, Nützlinge greifen gezielt die zu beseitigenden Insekten, Wanzen usw. an aber verschonen Mensch und Tier.

Marienkäfer im Naturgarten
Marienkäfer im Naturgarten | Bild von Filip Kruchlik auf Pixabay

Natürlich hat auch der Einsatz von biologischen Helferlein seine Grenzen, im Gegensatz zu Pestiziden dauert es bedeutend länger bis der Befall eingedämmt und beendet ist. Man muss also mitunter viel Geduld aufbringen. Der Einsatz lohnt sich dennoch, da man Früchte und Obst ohne Angst vor Giftstoffen zu sich nehmen kann.
Auch kann es Passieren, dass es trotz des Einsatzes von Fressfeinden nicht zu dem gewünschten Erfolg kommt, da sich das eingesetzte Tier nicht durchgesetzt hat oder mit den klimatischen Bedingungen nicht zu recht kam, da hilft nur ein erneuter Versuch gegebenenfalls mit einem anderen natürlichen Mittel.

Um es Euch ein wenig leichter zu machen, habe ich mal eine kleine Liste erstellt welcher Nützlinge für welchen Schädling in Frage kommt und wie man diese richtig einsetzt um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Solltet Ihr euch für diese Form der Schädlingsbekämpfung entscheiden, beachtet bitte unbedingt die Hersteller Information zur Anwendung und Applikation.

Schädlinge und Nützlinge im Garten

Apfelwickler / SF-Nematoden (Fadenwurm)
Wird mit Hilfe einer Spritze direkt am Baum angebracht. Dort werden durch den Fadenwurm die Larven vernichtet.

Blattläuse Marienkäfer / Marienkäferlarven, Schlupfwespen, Florfliegenlarven, Laufkäfer
Dies sind natürliche Fressfeinde der Blattläuse und schaffen es in Kurzer Zeit vollständig befallene Pflanzen von den Schädlingen zu befreien.

Florfliege im Naturgarten
Florfliege im Naturgarten | Bild von Brett Hondow auf Pixabay

Buchsbaumzünsler / SC-Nematode (Fadenwurm)
Hier ist zu beachten, das sich diese Nematode auch auf Schmetterlingslarven auswirkt, sie ist deshalb nur an befallenen Buchsbäumen anzubringen.

Engerlinge / Nematoden der Arten Heterorhabditis und Steinernema
Fressen unterirdisch Wurzeln und verhindern somit die Aufnahme von Flüssigkeit. Die Nematoden sollten zwischen April und September ausgebracht werden, wichtig ist ein Zeitnaher Kauf vor der Behandlung, da die Fadenwürmer nur bedingt haltbar sind.

Kohlweißling / Schlupfwespen, Brackwespen
Durch eine Bepflanzung des Kohl zwischen Thymian, sowie eine Schicht Salbei und Pfefferminze kann der Falter natürlich fern gehalten werde.

Spinnmilben / Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis)

Trauermücken / SF-Nematoden (Fadenwürmer)
Fressen in der Erde die Laven der Trauermücken. Mit Gelbtafeln kann man Zimmerpflanzen zusätzlich von diesem Schädling befreien. Im Garten sind diese Tafeln nicht zu empfehlen, da auch für den Garten nützliche Insekten wie Bienen und Hummeln dort kleben bleiben und verenden.

Woll- und Schmierläuse / australische Marienkäferlarven, Florfliegenlarven
Leben ca. 2 Wochen auf der befallenen Pflanze und sind sehr gefräßig.

Weitere Möglichkeiten zur Schädlingsbekämpfung im Naturgarten sind zum Schutz unserer Pflanzen verschieden Gewächse, welche der Schädling überhaupt nicht mag, einzusetzen. So kann man zum Beispiel zwischen Rosen, Lavendel oder Salbei pflanzen um ungeliebte Blattläuse fern zu halten. Diese Mögen den Geruch überhaupt nicht und somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Rosenstock befallen wird geringer.

Gegen die gefräßigen Nacktschnecken helfen zum Beispiel stark duftende Pflanzen wie Rosmarin und Thymian. Einfach die Pflanzen zwischen den Salat setzen und die Schnecken suchen sich eine andere Nahrungsquelle. Bei Kartoffelkäfern wird es schon etwas schwieriger, da sie sehr robust und nicht besonders wählerisch sind. Gegen diese kleinen Krabbelkäfer kann man Meerrettich einsetzen.
Einfach ein Paar Setzlinge im Fachhandel ergattern und zwischen die befallenen Pflanzen setzen. Da der Kartoffelkäfer Meerrettich überhaupt nicht mag, wird er sich von euren Pflanzen schnell verziehen.

Dies sind nur ein Paar Beispiele mit denen man Schädlinge fernhalten kann. Es geht auch ohne Chemie wichtig ist vor allem Geduld und Experimentierfreude, klappt das eine nicht versucht man etwas anderes.

Tee und Sud gegen die Schädlinge im Naturgarten

Noch ein Nützliches Mittel ist Tee aber auch sogenannter Sud aus verschiedenen Pflanzenteilen, diese stellt man selber her und gibt sie dann auf die befallenen Pflanzen.

1. Brennnessel Sud gegen Blattläuse

Ca. 1kg frische Brennnesseln sammeln (natürlich mit Handschuhen), im nächsten Schritt werden die Brennnesseln mit einer Schere zerkleinert und in einen Eimer gelegt. Anschließend gießt man auf die Brennnesseln ca 10 Liter kaltes (nicht warm, da das Nesselgift zerstört wird) Wasser und zerdrückt die Pflanzenteile mit einen Holzstab vorsichtig. Nun heißt es warten. Für den Sud muss die Masse im Eimer ca. 12-24 Stunden ziehen

Eine Jauche benötigt eine längere Zeit und ist nach ca. 3-4 Wochen durchgezogen. Die Jauche eignet sich auch zur Unkrautvernichtung, dazu aber in einem anderen Artikel mehr.

Zur Schädlingsbekämpfung reicht aber der Sud, da dieser nicht so stark ist wie die Jauche kann dieser auch unverdünnt mit Hilfe einer Gießkanne auf die befallene Pflanze aufgebracht werden. Zusätzlich funktioniert der Sud auch gut als Dünger für Tomatenpflanzen.

2. Tee aus Tomatentrieben gegen Kohlweisling

Man nimmt etwa eine Handvoll Tomatentriebe auf ca 10 Liter Wasser, Nach 2-3 Stunden zieh Zeit kann der Tee auf den Kohl aufgebracht werden. Dies muss in der Hauptsaison des Schädlings möglichst nach jedem Regen wiederholt werden. Auch dieser Tee eignet sich sehr gut zum Düngen von Tomatenpflanzen.

3. Zwiebeljauche gegen Möhrenfliegen

Man lässt eine Woche lang ca 1 Kg Zwiebel (zerkleinert und mit Schale) auf 10 Liter Wasser vergären. Das Ausbringen auf befallene Pflanzen sollte nur in verdünnter Form stattfinden, da die Jauche sehr stark ist und im unverdünnten Zustand schädlich für Pflanzen und andere Tier ist.

Ohne den Menschen würde sich die Natur selbst regulieren, denn alles ist ein Gleichgewicht, für jeden Schädling gibt es einen Nützling. Wie sagten unsere Großeltern immer „gegen alles ist ein Kraut gewachsen“.
Wir haben nur verlernt uns die Zeit zu nehmen um etwas auszuprobieren, denn es ist oft schneller in einen Fachhandel zu laufen und sich ein schnell wirkendes Mittel zu besorgen.

Das es auch anders geht Zeigt uns die Natur selbst. Sie bietet uns Möglichkeiten ohne Ende und warum nicht einfach mal was anderes machen…?




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