Gartenprojekte

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Unkraut vergeht nicht

27. März, 2019 | stephie

Wer kennt es nicht, das Beet ist fertig und das Gemüse gedeiht, man freut sich über einen reinigenden Sommerregen. Wäre da nicht das kleine aber gemeine Unkraut.

Was ist Unkraut eigentlich?

Als Unkraut werden Pflanzen bezeichnet welche wild neben Kulturpflanzen wachsen und mit diesen manchmal auch in Konkurrenz stehen. Eigentlich sind Unkräuter nichts anderes als natürlich wachsende Pflanzen, welche zum Teil sogar nützlich sind und vom Insekten wie Bienen und Hummeln gebraucht werden um sich zu ernähren.


unkraut-im-naturgarten
Was tun gegen Unkraut im Naturgarten. | Bild von Markus Distelrath von Pixabay

Ich verstehe jeden der nicht möchte, dass die Tomaten vermeckern weil das Unkraut das Wasser aufbraucht. Aus diesem Grund ist es auch im Naturgarten wichtig Unkräuter im Gemüsebeet zu entfernen oder den Weg freizulegen bevor man ihn nicht mehr sieht.

Natürlich gibt es auch hierfür im Gartenhandel hundert tolle Mittelchen die alle von sich behaupten das non plus ultra zu sein. Aber allein der Gedanke an Chemie im Naturgarten lässt mich schütteln.

Unkrautvernichtung geht auch ohne chemische Stoffe und das sogar ganz gut. Ich will ehrlich sein, sicher ist es bedeutend aufwendiger und man benötigt mehr Zeit aber „gut Ding will eben weile haben“. Um den ungeliebten Kraut an den Kragen oder besser die Wurzel zu gehen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die beste ist natürlich, wer hätte es gedacht…

das Jäten

Die effektivste aber auch nervigste und anstrengendste Form. Ewigkeiten kniend auf dem Boden hocken und Halm für Halm aus der Erde zupfen, dass Ganze möglichst noch mit Wurzel. So altmodisch wie klingt ist es aber nicht, durch das Jäten von Unkraut, wird man auch kleine Pflänzchen los und wenn man ein paar Dinge beachtet ist es auch nur noch halb so schlimm.

Die beste Zeit zum Unkraut zupfen ist nach einem ausgiebigen Regenschauer. Ist der Boden feucht, lassen dich die Pflanzen besser mit der Wurzel entfernen. Auch ein lockerer Untergrund erleichtert des Jäten, also vorher ruhig die Erde auflockern.

Auch Routine ist wichtig, umso öfter man eine kleine Unkraut Runde dreht umso kürzer werden diese, ich selbst bin einmal die Woche sowie nach Regen zum Unkraut zupfen ausgerückt und nach ca. 4 Wochen intensiven Jäten dauerten die Runden später nur noch ca. 10 – 20 Minuten. Also dranbleiben.

Kleine Hilfsmittel machen es leichter, zum Schutz der Knie gibt es kleine Matten, auch kleine Hocker oder Fußbänke machen es leichter. Für tiefgehende Wurzeln (z. B. Löwenzahn), gibt es kleine Ausstechschaufeln welche helfen die Pflanze zu entfernen. Und zum Schluss, Musik. Nehmt euch ein kleines Radio mit, bei einer so unliebsamen Arbeit tut die Lieblingsmusik gut und hält bei Laune.

Unkraut Jäten im Naturgarten
Unkraut Jäten im Naturgarten | Bild von summa auf Pixabay

Kräuter gegen Unkraut

Wie bereits im Artikel Schädlingsbefall erwähnt, kann man aus Brennnesseln eine Jauche herstellen. Das Rezept findet Ihr hier. Die Jauche ist stärker als der Sud, aus diesem Grund sollte diese bei Kulturpflanzen nur verdünnt angewendet werden. Das Mischverhältnis variiert je nach Einsatz. Bei jungen Pflanzen empfiehlt sich eine 1 zu 20 Verdünnung, sind die Kulturpflanzen bereits groß und Kräftig reicht eine 1 zu 10 Verdünnung.

Bei besonderes hartnäckigem Unkraut kann die Jauche auch unverdünnt aufgebracht werden. Man sollte allerdings bedenken, das andere Pflanzen mit eingehen können. Zusätzlich muss noch gesagt werden, das sich die Jauche auch als Dünger eignet. Dazu aber später mehr.

Wenn man die Jauche ausbringt, sollte man unbedingt Handschuhe verwenden, da das Gift der Nesselzellen in die Flüssigkeit übergegangen ist. Auch sollte man nicht allzu geruchsempfindlich sein, da da die Brennnesseljauche sehr stinkt.

Unkraut vermindern durch abdecken

Um Unkraut im Beet zu vermindern, kann ein Beet auch mit Rindenmulch abgedeckt werden. Dies verhindert zum einen, dass Unkraut durch wächst, zum anderen wird die Wasserverdunstung nach oben reduziert, so das die Pflanzen länger feuchte Erde haben. Auch Insekten und Vögel freuen sich über den Mulch. Für Insekten bietet der Mulch sichere Versteckmöglichkeiten und Vögel nutzen die kleinen Holzstücke gern zum Nestbau. Das Rindenmulch sollte allerdings Jährlich erneuert werden, um Schimmelpilze zu vermeiden.

Bei all diesen Alternativen, muss man natürlich schauen womit man am besten zurecht kommt und was bei welchem Kraut hilft. Wie immer ist Geduld gefragt, und traurig aber wahr, ums Jäten kommt man nicht drum herum. Also Kopf hoch und dran bleiben. Zum Schluss möchte ich noch mit ein Paar Mythen zur Unkrautvernichtung aufräumen, welche man auch heute noch gern von „älteren Gärtnern“ hört.

Mythen über Unkrautvernichtung

Verbrennen
Das verbrennen von Unkraut hilft nur oberflächlich, die Wurzeln bleiben vom Feuer völlig unberührt so das man bereits nach wenigen Tagen wieder neues Unkraut hat.

Salz
Mit Salz kann man Unkraut zwar zuliebe Rücken, aber auch das hilft nur bedingt. Durch das ausbringen von Salz, werden Unkrauttriebe zwar vernichtet aber auch der Boden mit Mineralien versorgt. Langfristig kann das Unkraut noch stärker und hartnäckiger nach wachsen.




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